Mit dem SaaS-Modell wird die Marktnische attraktiv


 

Im traditionellen Software-Geschäft sind die Kosten für Vertrieb und Bereitstellung (Deployment) verhältnismäßig hoch. Für Marktsegmente mit kleinen Zielgruppen rechnet es sich in vielen Fällen nicht, einen klassischen Vertrieb und einen flächendeckenden Service aufzubauen. Nicht selten sind deswegen kleinere Softwareanbieter regional ausgerichtet und im Wirkungsgrad begrenzt, obwohl die Software mehr Geschäftspotential bietet. Genau hier durchbricht das SaaS-Modell bisherige Grenzen und bietet deswegen gerade in Marktnischen ausgezeichnete Geschäftschancen.

Die großen Software-Anbieter sind mit ihren Lösungen überwiegend horizontal positioniert. Das bedeutet, dass mit einer standardisierten Lösung, die nicht auf Marktsegmente ausgerichtet ist, möglichst viele Kunden gewonnen werden sollen. Im traditionellen Software-Geschäft sind nämlich die Kosten, um Marktnischen zu adressieren, häufig einfach zu hoch. Seit einigen Jahren ist allerdings ein klarer Trend auf eine gezielte Ausrichtung auf Branchen und Zielgruppen (Vertikalisierung) zu erkennen. Wir werden bald sehen, dass es nicht mehr das A und O der Software-Branche ist, die breiten Massen anzusprechen.

 

In Zukunft heißt es: „Spezialisierung statt Massengeschäft“
Die Big-Player werden ihre Produkte nicht soweit herunter brechen können, dass einzelne Branchen oder Kundensegmente wirklich effizient angesprochen werden. Die Spezialisierung übernehmen deshalb für die großen Software-Anbieter meistens Partner bzw. ISVs (Independent Software Vendor). Der Ansatz ist sicher richtig, trotzdem bleibt es eine horizontale Software, die vertikal ausgerichtet wird. Somit ist nur ein Teilschritt erreicht, den Kundenbedarf optimal zu befriedigen.

Wie einige Beispiele eindeutig zeigen, tun sich die großen Software-Anbieter mit Software-as-a-Service bisher schwer (siehe SAP Business byDesign). Die Umstellung klassischer Client-Server-Produkte auf das SaaS-Modell ist für große Software-Anbieter erheblich aufwendiger. Es wird noch einige Jahre in Anspruch nehmen, bis SaaS auch von den großen Markt-Playern erfolgreich angeboten wird. Für kleine und mittelständische Software-Anbieter bedeutet dies: Sie haben jetzt die Chance, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden. Die Zukunft liegt darin, bestimmte Zielgruppen mit Nischenprodukten zu versorgen.

Im Vergleich zu traditionellen Softwarelösungen bietet das SaaS-Modell neue Möglichkeiten, wesentlich effizienter ausgewählte Zielgruppen zu bedienen – und damit sehr erfolgreich zu sein. Das SaaS-Modell bietet interessante Chancen für Software-Anbieter, sich in attraktiven Marktnischen erfolgreich zu positionieren, denn mit dem SaaS-Modell sind kleine und vor allem neue Anbieter in der Lage, über eine Online-Vermarktung sofort überregional, womöglich sogar international, Kunden zu gewinnen. Ein überregional tätiger Vertrieb und ein flächendeckender Vor-Ort-Service sind nicht mehr notwendig, um zufriedene Kunden zu gewinnen.

    

Gezielte Ansprache von Marktnischen vermeidet Streuverluste und spart Kosten
Software-as-a-Service ist ein Online-Service, so dass die komplette Auslieferung entfällt und Kunden rund um die Uhr und ohne geografische Begrenzung zu erreichen sind. Durch die Online-Vermarktung entstehen wesentlich geringere Vertriebskosten, so dass eine gezielt Ansprache von Marktnischen möglich ist und sich rechnet.

SaaS ist nahezu prädestiniert, um Kunden in Marktnischen zu gewinnen. Der Vorteil: Je gezielter Interessenten angesprochen werden können (was bei Marktnischen der Fall ist), desto geringer sind die Vermarktungskosten, weil Streuverluste eliminiert werden. Software-Anbieter können mehr auf Kundenbedürfnisse eingehen und genau passende Lösungen mit spürbarem Mehrwert bieten – eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg.

Dabei sind nicht nur ausgewählte Branchen interessant, sondern insbesondere auch Mehrwertdienste, die interessante Prozesse und Teilgeschäftsbereiche abdecken. Durch das SaaS-Modell können ganz neue Angebote entstehen, die bisher nicht wirtschaftlich waren. Einige Spezialangebote sind schon heute erfolgreich im Markt wie z. B. Lösungen für die Kreditabwicklung bei Finanzdienstleistern, die Zollabwicklung, das Eventmanagement oder das branchenspezifische Projektmanagement für Groß-Bauprojekte … Selbst eine Erntehelfer-Verwaltung gibt es bereits im SaaS-Modell.

     

Der „Long Tail“ – Marktnischen sind so interessant wie Massenmärkte
Das SaaS-Modell wird auch mit dem „Long Tail“-Business-Modell gleichgestellt. The Long Tail (englisch für „Der lange Schwanz“) ist eine Theorie, die der US-amerikanische Journalist und Chefredakteur des Wired Magazine Chris Anderson 2004 vorstellte, nach der ein Anbieter im Internet durch eine große Anzahl an Nischenprodukten Gewinn machen kann. Der Name leitet sich von der Ähnlichkeit der Verkaufsgrafik mit einem langen Schwanz ab. Zusammengefasst heißt das, dass viele fokussierte Angebote wirtschaftlich so interessant sind wie die Massenabsatzmärkte der großen Software-Anbieter.

Long Tail Therorie

Einmal entwickelt, kann Ihr SaaS-Angebot weltweit online zur Verfügung gestellt werden. Die Erschließung neuer Märkte verläuft schnell, durch gezieltes Online-Marketing ist ein schneller Eintritt in einen neuen Markt möglich. Das bedeutet: keine Grenzen für Ihr Wachstum – gerade in Marktnischen!

zurück zur Startseite …

2 Antworten

Kommentar hinterlassen