Es ist nicht die Frage ob, sondern wie schnell Software-Anbieter in die Cloud müssen

Cloud-Computing ist der mächtigste Trend geworden, den ich in der IT-Branche in den letzten 20 Jahren wahrgenommen habe. Die Wolke hat bereits heute das Nutzungsverhalten der User und die Einsatzmöglichkeiten der IT weitreichend verändert. Alle großen IT-Anbieter sind mit großer Kraft in die Cloud gestartet. Aufgrund dieser Einschätzung und der massiven Entwicklungen seitens der großen Anbieter bin ich überzeugt: im Jahr 2012 erfolgt auch hierzulande der Durchbruch für die Wolke. Wenn Sie sich den Markt anschauen, dann müssen Sie als Anbieter handeln. In diesem Artikel finden Software-Anbieter Denkanstöße.

 

Die Wolke hat das Nutzungsverhalten der User weitreichend verändert
Die Cloud-Computing-Welle entwickelt sich schon seit einiger Zeit. Die ersten Wellen entstanden während der New Economy vor über 10 Jahren. Seinerzeit als Application Service Providing (ASP) gestartet, folgte es einer ähnlichen Grundidee wie das heutige Cloud Computing. In den letzten Jahren ist die Welle immer höher geschwappt. Zuerst wurde Cloud-Computing in den USA ein deutlicher Trend, doch mittlerweile ist die Welle auch in Deutschland immer mehr spürbar. Alle großen IT-Anbieter (wie Microsoft, Apple, Google, Amazon, IBM, Fujitsu, SAP etc.) sind mit großer Kraft in die Cloud gestartet und mit Ihren Lösungen bzw. Plattformen heute weit fortgeschritten.

Wolke-mit-Anbieter-und-Geraeten

Smartphones und mobile Geräte, allen voran das iPad, haben die emotionale Hürde der Entscheider gesenkt und das Nutzerverhalten schon radikal verändert. Die Entscheider sind mit iCloud, Telekom-Cloud etc. bereits in der Wolke angekommen. Es kann sich daher niemand einreden, dass hier Zurückhaltung herrscht. Die Wolke hat das Nutzungsverhalten der User und die Einsatzmöglichkeiten der IT weitreichend verändert. Software-Anbieter sind daher gut beraten, sich intensiv mit den Chancen und Herausforderungen der Cloud auseinander zu setzen.

 

Zurückhaltende Nachfrage liegt nicht an der Kundschaft
Viele Anbieter sind noch nicht in der Cloud angekommen und die meisten stehen noch vor der Ausarbeitung von Konzepten und Lösungen. In meinen verschiedenen Gesprächen mit Entscheidern bei Software-Anbietern habe ich sehr häufig das Argument gehört, dass die Nachfrage seitens der Kundschaft noch zu verhalten ist, um eine bedeutende Investition in eine neue Cloud-Lösung anzustoßen. Richtig ist, dass die meisten deutschen Anbieter, die heute bereits SaaS bzw. Cloud-Lösungen anbieten noch keine gewaltigen Umsätze generieren. Das Geschäft in der Wolke ist noch in der Aufbauphase und erfordert aktuell noch einen langen Atem und viel Kraft.

Allerdings liegt die bisher zurückhaltende Nachfrage nach meiner Überzeugung keineswegs an der Kundschaft. Die Vorteile von Cloud Computing, wie Flexibilität der Bereitstellung, Nutzung ohne Investition auf Transaktionsbasis oder Mobilität durch die Wolke, sind so überzeugend, dass Kunden von den Vorteilen sicher gerne schnellstmöglich profitieren wollen. Es ist auch nicht die Angst über die Sicherheit der Daten, die aktuell noch Kunden zurückhaltend sein lässt. Nein, es liegt nicht am Kunden! Der Grund für die bisherige Zurückhaltung liegt darin, dass es noch zu wenig Lösungen gibt, die auf der funktionalen Seite die Anforderungen der Kunden abdecken. Und genau das ändert sich jetzt.

 

2012 erfolgt hierzulande der Durchbruch in der Wolke
Immer mehr Unternehmen werden sich für Cloud-Angebote entscheiden, weil der Kundennutzen offensichtlich ist und Kunden überzeugt. Daher ist aus meiner Sicht völlig klar, dass die Nachfrage der Kunden nach Cloud-Lösungen sehr stark ansteigen wird, sobald Anwendungen verfügbar sind, die mit dem Funktionsumfang der traditionellen Software-Lösung (on-Premise) vergleichbar sind oder die bestehenden Lösungen sinnvoll funktional ergänzen (Apps). Aufgrund dieser Einschätzung und der massiven Entwicklungen seitens der großen Anbieter, bin ich sicher: im Jahr 2012 erfolgt auch hierzulande der Durchbruch für die Wolke.

Ich bin überzeugt und kann dies auch in meinen Projekten beobachten, dass heute bereits leistungsstarke Lösungen erfolgreich über die Cloud vermarktet werden. Für die Zukunft gilt dies erst recht. Die Cloud-Welle entwickelt sich zu einem Tsunami und ist daher nicht mehr aufzuhalten. Cloud-Computing ist der mächtigste Trend geworden, den ich in der IT-Branche in den letzten 20 Jahren wahrgenommen habe. Die Entwicklung von der textbasierten zur grafischen Oberfläche, die Jahr-2000-Umstellung oder die Euro-Einführung hatten lange nicht das Veränderungspotential wie Cloud-Computing.

 

Die Entscheidung ist gefallen: Cloud-Computing ist die Zukunft
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die ersten Anbieter vor einigen Jahren noch Pionierarbeit leisten mussten. Vor 5 Jahren war es noch ein Wettbewerbsnachteil, zu innovativ zu sein. Früher war die Herausforderung die Missionierung der Kunden. Mittlerweile ist eine intelligente Nutzung von Cloud-Technologien, wie z. B. Apps für das iPhone, für einen großen Teil der Entscheider entscheidungsrelevant. Ich schätze, dass heute 50% der Entscheider sich nur noch für Lösungen mit überzeugenden Cloud-Konzepten entscheiden.

Für die Zukunft erwarte ich eine rasante Veränderung der Nachfrage. Nach meiner Einschätzung werden sich in zwei Jahren Unternehmen bei Neuentscheidungen nur noch für zukunftsfähige und dynamische Cloud-Technologien entscheiden. Und in 5 Jahren wird der Druck des Marktes so groß werden, dass Anbieter, die den Cloud-Trend verschlafen, mehr und mehr Bestandskunden verlieren. Das kann man auch anders sehen, aber auch wenn diese Entwicklung nicht so schnell kommt, wie ich prognostiziere, so ist der Trend nicht mehr abzuwenden.


Es ist nicht die Frage ob, Sie in die Cloud müssen, sondern wie schnell

Es ist lange nicht mehr die Frage ob, sondern wie schnell Sie Lösungen über die Cloud anbieten müssen. Wenn Sie sich den Markt anschauen, dann müssen Sie handeln. Als Software-Anbieter sollten Sie spätestens jetzt beginnen, Lösungen für die Cloud zu konzipieren, so dass Sie auch in Zukunft noch wettbewerbsfähig sind. Wer zu lange mit der Entscheidung wartet, dem drohen Wettbewerbsnachteile für die Zukunft. Wer zu spät kommt, den bestraft der Markt.

Für die meisten Software-Anbieter war es gut, nicht zu den Ersten im Markt zu gehören, die teure Erfahrungen gemacht haben. Aber jetzt ist die Zeit reif und das Risiko überschaubar. Handeln Sie jetzt, das größte Risiko besteht nämlich darin, nichts für die Cloud zu tun.

Wenn Sie eine andere Einschätzung zur Geschäftsentwicklung in der Cloud haben, dann freue ich mich auf Ihre Kommentare und eine interessante Diskussion.

Wenn Sie sich erstmalig intensiv mit den Chancen und Herausforderungen des Cloud-Business auseinander setzen möchten, dann empfehle ich Ihnen unseren individuellen Cloud-Erfolgs-Check. Aller Anfang ist leicht: Frank.Tuerling@Strategius.net

Allen anderen wünsche ich viel Erfolg in der Wolke.

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